Alle Jahre wieder wird die IGeL-Sau durchs Dorf getrieben
„Was wäre der Deutsche Ärztetag ohne das pünktliche alljährliche Lamento der Krankenkassen auf Bundesebene über die Ärzteschaft?”, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Norbert Metke, die Äußerungen zu den Selbstzahlerleistungen (IGeL) des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (MDS).
„Obwohl, ein wenig enttäuscht sind wir schon, weil wir ein wenig mehr Kreativität erwartet hätten, anstatt einen so alten Hut wie die IGeL-Sau wieder aus der Garderobe der Standardpolemik zu nehmen.” Zumindest könne aus den Äußerungen keine neue Erkenntnis zu dem Thema entnommen werden. „Wahrscheinlich liegt das in den Genen mancher, vielleicht hilft es auch im tristen Bundesalltag, sich an altgedienten Ritualen festzuhalten. Da mag man dann auch darüber hinwegsehen, dass die Fakten nicht so ernst genommen werden. Etwa, dass ein Großteil der IGeL von den Patienten selbst nachgefragt werden oder viele Krankenkassen die von ihnen gescholtenen IGeL selbst als Satzungsleistungen anbieten. Und Tatsache ist, dass Manches, einst als IGeL Verpöntes, wie zum Beispiel Hautkrebs-Screening und tetravalente Grippeimpfstoffe, in die Regelversorgung eingegangen ist”.
Metke empfahl, in Berlin sich ein Beispiel an Baden-Württemberg zu nehmen. „Wir sind froh, dass wir hier exzellente Gesprächspartner auf Kassenseite aller Verbände vor Ort haben, mit denen wir in aller Ernsthaftigkeit an den Versorgungsfragen arbeiten können und diese gemeinsam lösen, anstatt uns irgendwelche fruchtlosen Scheingefechte zu liefern.”